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| Frühe Hochkulturen an Euphrat und Tigris von
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Kompakt-Wissen
• • • • • (bewertet mit 5 von 5 Punkten)
Alle meine Rezensionen ansehen (TOP 100 REZENSENT) (HALL OF FAME REZENSENT) Rezension bezieht sich auf: Frühe Hochkulturen an Euphrat und Tigris (Broschiert) "Wenn ein freier Bürger einen anderen des Mordes bezichtigt,
dies aber nicht beweisen kann, wird er selbst getötet."
(Paragraph 1 des Kodex Hammurapi)
Das im März 2009 erschienene Softcover "Frühe Hochkulturen" des Archäologen und Privatdozenten für Vorderasiatische Archäologie an der Universität Heidelberg, Jürgen Bär, bietet entgegen seinem Titelzusatz auf weitaus mehr, als jene an "Euphrat und Tigris".....
.....denn bereits bereits am Anfang gibt es eine ausklappbare Landkarte, die im Süden von der Arabischen Halbinsel/Ägypten bis nach Osten zum iranischen Elburz-Gebirge, im Norden in den Kaukasus und im Westen bis nach Anatolien reicht. Die heutigen Orte sind rot, die hsitorischen Orte weiß markiert. Am Ende des mit seinen 22 x 16 x 1,6 cm handlichen Büchleins erwartet den Leser eine ausklappbare "Zeittafel Frühe Hochkulturen", die von 12.000 bis 350 v. Chr. reicht und die Dynastien und Herrscher, politische und kulturelle Ereignisse, Architektur und die Ereignisse in Mesopotamien, Hatti und Ägypten synoptisch zusammenführt.
Das erste Kapitel bietet mit einer Vorstellung der "Forscher und Abenteurer", der Beschreibung natürlicher Bedingungen im "Fruchtbaren Halbmond" mit seinen Flüssen und Schwemmebenen eine Einleitung in die Einheit und Vielfalt des Alten Orient. Die Geschichte des alten Orients beginnt im zweiten Kapitel mit dem heute in der palästinensischen Westbank liegenden Jericho, der mit mehr als 10.000 Jahren alten, ältesten Siedlung der Menschheit (Seite 28). Auch das mehr als 9000 Jahre alte anatolische Catal Höyük, liegt außerhalb des Zweistromlandes (S. 34). Das im südwestlichen Iran lebende, rästelhafte Volk von Elam lebte seit dem 3. vorchristlichen Jahrtausend in wechselnden Bündnissen mit seinen sumerischen und akkadischen Nachbarn (S. 40). Die folgenden Seiten beschreiben, wie im 6. bis 4. Jahrtausend v. Chr. "aus Dörfern Städte werden" und aus "vielen Kleinstaaten schließlich ein Großreich wird". Typisch für diese Zeit sind die gewaltigen Zikkurate, Rollsiegel, Kultvasen und Stelen. Die Deutung bestimmter Abbildungen als Menschenopfer wird diskutiert (S. 52).
Mit ihrer Kriegs- und Friedenseite stellt die 20 cm hohe und 50 lange trapezförmige Königs- oder Mosaikstandarte von Ur (S. 60) ein kostbares Kleinod dar, das timediver® im Jahre 2002 im Londoner "British Museum" bewundern konnte. Einen vorläufigen Höhepunkt markiert das Reich Sargons des Großen (2334 - 2279 v. Chr), der das semitische Akkad und Sumer unter seiner Herrschaft vereinte. Die Siegesstele seines Nachfolgers Naramsin (S. 69) befindet sich im Pariser Louvre.
Nach dem Niedergang der III. Dynastie von Ur betraten im zweiten vorchristlichen Jahrtausend mit den Amurritern, Hurritern, Assyrern und Babyloniern neue Völker die Weltbühne. Ein wichtiger Herrscher des Altbabylonischen Reiches war Hammurapi, der mit seinem Gesetzeskodex auch das Feld für das spätere, alttestamentarische "Auge um Auge, Zahn um Zahn" bereitete. Seine 2,25 Meter hohe Gesetzes-Stele konnte timediver® bereits 1989 zusammen mit der Siegestele des Naramsin im "Louvre" besichtigen. Der nächste Abschnitt des Buches befasst sich mit einer Zeit des Gleichgewichts zwischen den Mächten. Im Mittelpunkt stehen die Amarna-Korrespondenz, die von den Ägyptern in der damaligen Diplomatensprache in babylonischer Keilschrift verfasst wurde und die hethitische Hauptstadt Hattuscha mit dem nhe gelegenen Felsenheiligtum von Yazilikaya. Die in Stein gehauenen Prozessionen hethischer Götter konnte timediver® 1990 bereits vor Ort und später in ihren einzigartigen Nachbildungen im Berliner "Pergamon Museum" bewundern. Nach der Völkerwanderung und dem "Seevölkersturm", die im zweiten vorchristlichen Jahrtausend die alte Ordnung zerstörten und ein "dunkles Zeitalter" einleiten, beschreibt der Autor unter dem Slogan "Das Imperim schlägt zurück" die "Renaissance" Mesopotamiens mit dem neuassyrischen und neubabylonischen Reich.
Nachdem mit Urartu am Fuss des Berges Ararat den Assyrern ein ernst zu nehmender Gegner (S. 126) erwachsen war und diese in "der Mutter aller Schlachten" am Ulai den Elamern eine vernichtende Niederlage bereitet hatten, zeigten die Assyrer eine unbeschreibliche Grausamkeit im Umgang mit besiegten Völkern. Erst die neubabylonischen Chaldäer konnten der Schreckensherrschaft Assurs ein Ende bereiten.
Das abschließende Kapitel "Panorama der altorientalischen Kulturen" gibt einen Überblick über ihre "Schrift und Schriftkultur" mit der Entzifferung der Keilschrift (S. 152), die Religion mit ihren Mythen, Epen, Fabeln und Sagen (S. 160) und Einblicke in "Wissenschaft und Technologie", "Gesetze und Rechtstradition" (S. 166) und schließlich in den "Alltag, Familie und Beruf". Ein zehnseitiger Anhang mit einer nach Sachgebieten gegliederten Liste weiterführender Literatur und ein Glossar runden das Gesamtbild eines mit über 100 Abbildungen, Karten und Schaubildern ausgestatteten "Kompakt Wissen" ab, das auch als Reisebegleiter zu archäologischen Stätten und/oder Museen bestens geeignet ist.
Mit dem geweckten Interesse für weitere Bände aus der Theiss Reihe "WissenKompakt" ist der "Frühe Hochkulturen. Von der Steinzeit bis zu den Großreichen der Assyrer und Babylonier" mit 5 Amazonsternen zu bewerten.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 1. Januar 2010 | | | | | | | | | | Kundenrezensionen: | | | 1. | Kompakt-Wissen (die aktuell angezeigte Rezension) |
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