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| Die 7 Narrheiten des 21. Jahrhunderts. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Fadenkreuz
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Das Buch ist ein Genuss! Auch bereits für Jugendliche.
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Rezension bezieht sich auf: Die 7 Narrheiten des 21. Jahrhunderts. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft im Fadenkreuz (Gebundene Ausgabe)
Ein Blick auf Irreführungen, denen der moderne Mensch erliegt. (GS)
Hier schreibt ein Autor, den man sich als Vorbild nehmen könnte. Der Mann hat karrieremäßig wohl sehr viel erreicht, dennoch scheint er sich, im Gegensatz zu manchem coolen Macher, immer Zeit für eine distanzierte Gesamtschau auf Welt und Menschheit und das, was das Leben letzlich lebenswert macht, bewahrt zu haben. Seine Gedanken sind blitzgescheit und gut formuliert. Das imponiert.
Offenbar haben Menschen zu allen Zeiten Dinge getan, die sie eigentlich nicht hätten tun sollen. Jede Zeit scheint da ihre speziellen Verirrungen zu kennen. Ob es sich dabei um Todsünden oder lediglich um unschädliche Narrheiten handelt, erfährt man oft erst dann, wenn das Porzellan bereits zerschlagen ist. Das Zusammenspiel zwischen Menschen, Völkern und Kulturen ist nämlich komplex und oft nicht leicht durchschaubar. Und Klaus Woltron weiß auch, dass sich zunächst segensreiche Entwicklungen bei geänderten Rahmenbegingungen durchaus in ihr Gegenteil verkehren können.
Klaus Woltron befasst sich scharfsinnig analytisch, aber durchaus auch konstruktiv und richtungsweisend, ohne im geringsten belehrend sein zu wollen, mit 7 modernen Narrheiten der Menschheit, wie Irreleitung, Ordnungsverlust, Herrschaft der Konstrukte, Kult der Oberflächen, Einebnung, Feindbilder, Verdrängung. Damit dem Leser etwas klarer wird, was gemeint ist, seien in gleicher Reihenfolge zu den zitierten 7 Narrheiten jeweils willkürlich Stichpunkte genannt, die diesen Narrheiten eigentlich entgegenwirken sollten. Geld sollte Mittel zum Zweck sein, nicht Selbstzweck. Die Aushöhlung alter Ordnungssysteme führt ins Chaos, sofern keine ausgleichenden, konstruktiven Gegenkräfte wirksam sind. In Bezug auf im stillen Kämmerchen konstruierte Erlösungstheorien (solche gibt es zuhauf) kann man nicht wachsam genug sein. Nach den Inhalten schauen, nicht nach den Oberflächen (Beispiel Fernsehen). Übertolerantes, stromlinienförmiges Verhalten kann zur Beinahe-Leugnung realer Unterschiede führen. Damit werden keine Probleme gelöst. Beispiel: Die Achse des Bösen. So kann man die Welt nicht befrieden. Eventuell erreicht man sogar, dass diese Achse erst entsteht.
Wie könnte man es als engagierter Autor mit herzerfrischend klarem Standpunkt bei einem so komplexen Themenkreis schaffen, nicht mal gehörig übers Ziel hinauszuschießen? Wo dieses Klaus Woltron selber auffällt, vermerkt er es ehrlicherweise, und das zugleich lustvoll. Jeder Leser sollte aber für sich feststellen, wo seine persönliche Reizschwelle liegt. Das Buch ist ein Genuss! Auch bereits für Jugendliche.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 21. Juni 2004 | | |
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