Sind wir so schlau, wie wir denken?: Der Wettstreit zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz


 
Einfache Bilder für komplizierte Zusammenhänge
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(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)    Rezension bezieht sich auf: Sind wir so schlau, wie wir denken?: Der Wettstreit zwischen menschlicher und künstlicher Intelligenz (Gebundene Ausgabe) In den Niederlanden die „Goldene Eule" für Jugendliteratur zu erhalten, ist keine schlechte Basis, um ein verständliches und unterhaltsames Sachbuch für die Grossen zu schreiben. Man braucht bloss an schönen Geschichten und anschaulichen Metaphern festzuhalten, ohne infantil zu werden. Und Anbiedern kommt bei Jungen wie Alten schlecht an.

Bas Haring, 1968 geboren, studierte in Utrecht Informationstechnologie, promovierte über Künstliche Intelligenz, lehrt an der Uni Leiden. Und falls das noch nicht allen klar sein sollte, wer beim Thema „Künstliche Intelligenz" dabei sein will, muss zuerst ganz schön viel über die natürliche Intelligenz wissen. Also übers Gehirn. Ausserdem muss er von einigen lieb gewonnenen Vorstellungen Abschied nehmen. Zum Beispiel vom Glauben, der Mensch verhalte sich vorwiegend rational. Leute wie Bas Haring werden dann zu Brückenbauern, die verschiedene Denkmodelle miteinander verbinden.

Seinen Bericht über das menschliche Gehirn baut Haring folgendermassen auf: Nachdem er kurz den Geist herbeiruft und beschreibt, widmet er sich seinem Wohnort, dem Gehirn. Dabei verwendet er eine Metapher, die mich als Schweizer ebenso überrascht wie trifft, da er die Arbeit der Nervenzellen mit dem Verhalten der Eidgenossen vergleicht, wenn an den Grenzen der Alpenrepublik etwas passiert. Das geläufigere Bild des Ameisenhaufens folgt danach, um mit dem Insektenstaat den Übergang zum künstlichen Gehirn zu schaffen. In den Kapiteln „Maschinen" und „Künstliche Intelligenz" räumt Haring mit gängigen Klischees und Denkmodellen gründlich auf. Diesem Reinemachen folgt „In der Schule", wo der Autor anschaulich erläutert, wie das Gehirn lernt. Da wie dies nicht verstehen, ohne über die Zuordnung von Bedeutungen Bescheid zu wissen, werden auch diese theoretischen Fundamente gelegt. So wird klarer, was Haring zum ewigen Streit meint, ob der Mensch über einen freien Willen verfügt - oder eben nicht.

Wunderbar ist die Metapher eines Bildschirmschoners mit Aquariumsfischen, um zu begreifen, was künstliche Intelligenz wirklich ist. Ob ein Roboter schliesslich fühlen, ein Bewusstsein aufbauen und über sich selber sprechen kann, erfährt der Leser gegen den Schluss des Buches, um sich dann während der Lektüre von „Menschensachen" seine eigene Meinung bilden zu können.

Fazit: Ein leicht lesbares und verständliches Buch, das wissenschaftliche Erkenntnisse nicht banalisiert, sondern in anschauliche Bilder einfügt und den Lesern auf diese Weise nahe bringt. Ein Werk, das ich kurz vor Drucklegung meines eigenen Buches noch in die Literaturliste aufnahm und gerne weiterempfehle.
Eine Rezension von Ein Kunde
vom 27. Juni 2005
Kundenrezensionen:
3. Einfache Bilder für komplizierte Zusammenhänge (die aktuell angezeigte Rezension)
2. Bildhaft veranschaulicht
1. Nicht nur schlau, sondern auch wunderbar lesbar
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